Die Deutschen nach 2 Jahren Pandemie:

Dick und freundlich!

Die Corona Family

Ob es eine Zeit nach Corona überhaupt gibt, das kann wohl niemand sicher vorhersagen.
Was wir jedoch können: es versuchen! Und das am besten mithilfe von Zahlen und Fakten!

Dafür haben wir Daten gesammelt. Umfragen, Statistiken des Konsumverhaltens der Deutschen und Expertenmeinungen sollen uns bei der Frage helfen, wie sich der deutsche Alltag durch die Pandemie verändert hat.

Einen kleinen Sneakpeak in unsere Ergebnisse habt ihr durch die Überschrift erhaschen können. Wie die Faktenlage jedoch im Detail aussieht, lest ihr am besten in genau diesem Artikel nach.

Klar ist jedenfalls, dass Corona negative sowie positive Effekte auf die Deutschen und deren Alltag hat.

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Hier ist eine Liste der spannendsten Veränderungen:

1. Nie wieder ins Gym

Fitnessstudios mussten während des Lockdowns schließen. Erst seit wenigen Monaten ist es deutschen Studios unter strengen Corona-Maßnahmen erlaubt, die Türen wieder zu öffnen.

Wenig verwunderlich geben rund 70 Prozent der Deutschen an, seit Corona via YouTube zu trainieren. So eine Umfrage des Fitnessgeräteherstellers Bowflex.

Knapp über 60 Prozent der Befragten finden das Training zuhause besser als im Studio. Demnach wollen ganze 30 Prozent der Deutschen nicht mehr ins Fitnessstudio zurückkehren, sondern ihr Training auch nach Corona zu Hause weiterführen.

Pam hat wohl Eindruck hinterlassen!

2. Die Deutschen werden dicker

Zeitgleich geben jedoch rund 40 Prozent der deutschen Erwachsenen an, seit Beginn der Pandemie deutlich zugenommen zu haben – im Schnitt 5,5 Kilo. Dies fand eine Umfrage der Technischen Universität München (TUM) heraus.

Unter den 33- bis 44- jährigen hat sogar fast die Hälfte an Gewicht zugelegt. Männer durchschnittlich einen Kilo mehr als Frauen.

3. … und bewegen sich weniger

Grund dafür ist unter anderem weniger Bewegung durch Lockdown und Homeoffice. In einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) geben 38 Prozent der deutschen Erwachsenen an, sich seit Corona weniger zu bewegen.

Lediglich 8 Prozent sind aktiver als zuvor.

4. Gesunde Ernährung steht auf dem Programm

Dem aufsteigenden Trend der Kilos wirkt jedoch die Healthy-Lifestyle-Bewegung entgegen.

Gesunde Ernährung und frische Produkte haben für mindestens ein Viertel der Probanden einer Verbraucherstudie, die das Marktforschungsinstitut INNOFACT AG im Auftrag des Deutschen Tiefkühlinstituts (dti) durchgeführt hat, an Bedeutung gewonnen.

Stolze 58 Prozent der Deutschen wollen ihren Zuckerkonsum demzufolge reduzieren.

Zudem kochen 30 Prozent der Deutschen seit Corona häufiger selbst. 22 Prozent betonen, auch nach Corona weiterhin viel mit frischen Lebensmitteln selbst kochen zu wollen.

Die deutsche Bevölkerung wird demnach voraussichtlich wieder zu ihrem alten Pre-Covid-Gewicht gelangen.

5. Junge Deutsche greifen häufiger zur Zigarette

Nicht so passend zum Healthy-Lifestyle ist jedoch der gesteigerte Tabakkonsum, der vor allem unter jungen Leuten seit Beginn der Pandemie zu verzeichnen ist.

Jeder Dritte unter den 16- bis 29-jährigen Rauchern gibt an, mehr zu rauchen. Unter den Älteren sagt dies nur jeder Vierzehnte. Dies zeigt eine forsa-Umfrage im Auftrag der KKH-Krankenkasse.

6. Alkoholkonsum steigt ebenfalls seit Beginn von Corona

Auch Bier und Schnaps werden reichlich konsumiert: Jeder achte 16- bis 29-Jährige greift seit Corona-Beginn öfter zur Flasche (oder zum Glas). Unter den 50- bis 69-Jährigen hingegen jeder Zehnte.

Grund für den gesteigerten Konsum an Zigaretten und Alkohol sind unter anderem Langeweile, Stress und psychische Belastung – ausgelöst durch die Einschränkungen der Pandemie. (Auch forsa-Umfrage)

7. Depressionen nehmen zu

59 Prozent der Deutschen empfanden den Lockdown als psychische Belastung. Das zeigt eine Studie der Deutschen Depressionshilfe.

Ganze 80 Prozent der deutschen Ärzt*innen und Therapeut*innen gaben an, öfter Depressionen zu diagnostizieren als in Zeiten vor Corona.

Gründe hierfür sind vor allem die Angst vor dem Unbekannten, soziale Isolation sowie Unsicherheiten in Bezug auf die eigene Gesundheit und wirtschaftliche Lage.

8. Homeoffice ebenfalls eine psychische Belastung

Auch das Homeoffice wurde laut einer Befragung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) für viele Arbeitnehmer*innen als Belastung wahrgenommen.

73,4 Prozent der Befragten, die häufig im Homeoffice arbeiten, fühlten sich in den letzten vier Wochen erschöpft. Grund dafür ist unter anderem die erhöhte Schwierigkeit bei der Vereinbarung von Arbeit und Freizeit in den eigenen vier Wänden.

Folglich beklagten sich vermehrt Beschäftigte im Homeoffice über Lustlosigkeit, Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen.

9. Die Deutschen können schlechter schlafen

Wenig verwunderlich ist demnach, dass sich die Schlafdauer der Deutschen verringert hat – um durchschnittlich eine halbe Stunde. Das zeigen interne Daten von Sleep Cycle, der beliebtesten Schlaftracker-App für iOS.

Nichtsdestotrotz stehen die Deutschen durchschnittlich ca. 20 Minuten später auf als in Zeiten vor Corona. Grund dafür ist zum Beispiel die Verschiebung der Arbeitszeit auf den Abend.

10. Trotzdem: Homeoffice beliebt unter Arbeitnehmer*innen

Beachtet man, dass trotz genannter negativer Nebenwirkungen fast 50 Prozent der Beschäftigten sich vorstellen können, auch nach der Pandemie im Homeoffice zu bleiben, so ist die Etablierung des neuen Schlafverhaltens ebenfalls zu erwarten. Dies zeigt eine Studie von DB Research.

60 Prozent der Arbeitnehmer*innen halten sich zuhause für mindestens so produktiv wie im Büro.

11. Mehr Zeit vor elektronischen Geräten

Die Veränderungen des Schlafverhaltens sind neben dem Shift zum Homeoffice auch dem erhöhten Konsum von elektronischen Geräten geschuldet. Wie eine YouGov-Studie zeigt verbringen 39 Prozent der Deutschen nun einen größeren Teil ihrer Freizeit vor dem Fernseher, dem Rechner o.ä. als noch vor Corona.

Unter den 18- bis 24-jährigen geben diese Veränderung sogar ganze 60 Prozent an.

Wenig überraschend verzeichnen Videoplattformen wie Netflix oder Amazon Prime Video einen Anstieg von 15 Prozent in Deutschland. Das ist eine halbe Stunde mehr pro Woche, als noch vor Corona. Die Deutschen liegen nun bei 6 Stunden und 27 Minuten pro Woche, wie ein Bericht des US-Cloud-Spezialisten Limelight Networks zeigt.

12. Junge Leute lernen neue Sprachen und Instrumente

Neben der vermehrten Nutzung von Elektrogeräten haben jedoch vor allem junge Leute ihre gewonnene Zeit im Lockdown auch produktiv genutzt.

Das Erlernen einer neuen Sprache hat in Zeiten von Corona an Beliebtheit gewonnen. Die Zahl der Neukundschaft in der „Babbel“-App hat sich demnach seit März verdreifacht und die Aktivität der Bestandskundschaft verdoppelt.

Neben den Sprachen werden auch neue Instrumente erlernt. Vor allem der Gitarrenmarkt boomt regelrecht. Die User-Zahl der „Fender Play“-App, in der man Grundunterricht bekommt, versechsfachte sich.

13. … und gehen häufiger in die Natur

Aber auch Aktivitäten in der Natur spielen seit Corona eine immer größer werdende Rolle vor allem unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

52 Prozent geben an, häufiger im Grünen zu sein als vor der Pandemie. Das zeigt eine Jugendnaturbewusstseinsstudie des Bundesamts für Naturschutz (BfN).

Bewegung an der frischen Luft hat positive Auswirkungen auf die physische sowie psychische Gesundheit. Vor allem in Zeiten einer Pandemie kann Natur eine große Rolle in Bezug auf Sport und Bewegung, aber auch Stressabbau und Zufriedenheit spielen.

14. Die Deutschen sind netter

Eine ebenso wichtige Rolle hinsichtlich Stress und Gemütszustand spielt das soziale Umfeld. Das haben wir in Zeiten von Corona wohl noch einmal so richtig zu spüren bekommen.

Das Verständnis für die Nöte anderer ist durch die Krise gestiegen und Zusammenhalt scheint wichtiger denn je.

62 Prozent der in einer Studie des Softwaredienstleisters Freshworks befragten deutschen Führungskräften berichten von einer wachsenden Empathie der Kundschaft. 44 Prozent der Kundschaft war im vergangenen Jahr deutlich freundlicher zu Mitarbeiter*innen an Firmenhotlines als in den Jahren zuvor.

Corona hat wohl eine neue Solidarität geschaffen – und wir können nur hoffen, dass diese auch in Zukunft bestehen bleibt.

15. Deutsche Großstädter wollen aufs Land

Das zunehmende Naturverlangen zeigt sich auch im Wunsch vieler deutscher Großstädter*innen, aufs Land zu ziehen.

Eine Befragung im Auftrag der Zeit-Stiftung deckt auf, ein Drittel aller in einer Großstadt lebenden Deutschen würde lieber auf dem Land oder in einer kleinen Stadt leben. Für ein Zehntel ist Corona der Grund dafür.

Apropos Zukunft: Wie sieht es nun damit aus?

Wir haben gelernt, die Deutschen haben während Corona an Gewicht zugelegt, gehäuft Depressionen bekommen und ungesunde Substanzen konsumiert. Wenn man ehrlich ist, kann man solches Verhalten im Kontext der Umstände durchaus nachvollziehen.

So eine Pandemie zehrt an Kräften, schürt Angst und bringt im Lockdown ganz schön viel Langweile.

Der Start für das Jahr 2022 sieht dunkel aus, aber am Ende des Tunnels ist bekanntlich Licht. Schauen wir was der Sommer bringt und drücken uns allen die Daumen!

Unsere Prognose:

Die Ära nach Corona werden die Deutschen mit mehr Sprachwissen und neuen Hobbys starten. Es wird auch in Zukunft mehr Zeit zuhause verbracht, um zu kochen, zu trainieren und natürlich im Homeoffice.

Wir haben Grund zur Annahme, dass die Corona-Kilos wieder verschwinden. Der gesunde Lifestyle ist voll im Trend.

Die Deutschen werden auch in Zukunft mehr Zeit in der Natur verbringen, weil sie diese während Corona schätzen gelernt haben. Die psychische Gesundheit wird sich nach und nach stabilisieren. Bei dem einen schneller als bei dem anderen. Das ist okay.

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